Pilotprojekt zur Geschichte sexueller Ausbeutung im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts

Über das Projekt

Ziel des Projekts

Auftraggeberinnen und Auftragnehmerinnen

Wissenschaftlicher Beirat

Aktenzugang

Anonymisierungskonzept

Kommunikation

Projektschritte

Ziel des Projekts

Das einjährige Pilotprojekt legt eine Basis für künftige Forschung zur Geschichte sexualisierter Gewalt, die katholische Kleriker, kirchliche Angestellte und Ordensangehörige seit Mitte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz ausgeübt haben. Im Zentrum stehen die Strukturen, die den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und Erwachsenen ermöglichten und es erschwerten, diesen aufzudecken und zu ahnden. Dabei werden alle Sprachregionen in den Blick genommen.

Das geschichtswissenschaftlich ausgerichtete Projekt, das von Prof. Dr. Monika Dommann und Prof. Dr. Marietta Meier ausgearbeitet wurde, verfolgt zwei Ziele: Erstens soll geklärt werden, welche Quellen existieren und zugänglich gemacht werden. Zu diesem Zweck werden unter anderem Opferorganisationen und Zeitzeug:innen kontaktiert. Zweitens sollen mögliche Fragestellungen und Methoden für nachfolgende Forschungsprojekte vorgeschlagen werden.

Nach Abschluss des Pilotprojekts werden die Ergebnisse in einem Bericht festgehalten. Dabei ist auch zu benennen, inwieweit die Institutionen der katholischen Kirche das Forschungsteam bei der Informationsbeschaffung und dem Zugang zu Archiven, Akten und Zeitzeug:innen unterstützt haben.

Weitere Forschungsprojekte zur Geschichte sexueller Ausbeutung im kirchlichen Umfeld in der Schweiz werden auf den Resultaten des Pilotprojekts aufbauen können. In deren Rahmen erfolgt dann die umfassende, allenfalls interdisziplinäre empirische Auseinandersetzung mit Forschungsfragen sowie die tiefergehende Darstellung, Analyse und Interpretation der zu rekonstruierenden Strukturen, Ereignisse und Erfahrungen.

Auftraggeberinnen und Auftragnehmerinnen

Auftraggeberinnen

Schweizer Bischofskonferenz (SBK)

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ist das Koordinationsorgan der römisch-katholischen Bistümer der Schweiz und umfasst derzeit 9 Mitglieder: Die Bischöfe der sechs Bistümer der Schweiz, deren Weihbischöfe sowie die beiden Äbte der Territorialabteien St-Maurice und Einsiedeln.

Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ)

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ist der Zusammenschluss der kantonalkirchlichen Organisationen. Sie besteht seit 1971 und ist als Verein organisiert. Sie trägt massgeblich dazu bei, dass die katholische Kirche ihre Aufgaben auf gesamtschweizerischer Ebene wahrnehmen kann, und setzt sich für demokratisches, solidarisches und unternehmerisches Handeln ein, das den Bedürfnissen des kirchlichen Lebens vor Ort Rechnung trägt.

Konferenz der Ordensgemeinschaften und anderer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz (KOVOS)

Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz (KOVOS)

Die KOVOS (Konferenz der Ordensgemeinschaften und anderer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz) will der Pluralität des gottgeweihten Lebens in der Schweiz in der Öffentlichkeit und innerhalb der Kirche ein Gesicht und eine Stimme geben. Dazu nutzt sie die sozialen Kommunikationsmittel und gezielte Veranstaltungen. Die KOVOS ist ein privatrechtlicher Verein mit Sitz in Fribourg.

Auftragnehmerinnen

Historisches Seminar der Universität Zürich: Projektleitung und Projektteam

Das Projekt ist am Historischen Seminar der Universität Zürich angesiedelt. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Monika Dommann und Prof. Dr. Marietta Meier. Mit der Umsetzung werden drei Postdocs betraut, die von zwei Hilfsassistierenden unterstützt werden. Die drei Postdocs publizieren in eigener Verantwortung und unter eigener Autorschaft einen wissenschaftlichen Bericht, der auf dieser Webseite frei zugänglich gemacht wird.

Die Projektleiterinnen nehmen ihre Aufgabe ohne finanzielle Entschädigung wahr. Weitere Informationen.

Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG): Generalsekretariat

Dem Generalsekretariat obliegt die Organisation von wissenschaftlichen Workshops mit dem Beirat, die Koordination der Kommunikation sowie die Redaktion, Übersetzung und Publikation des wissenschaftlichen Berichts in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Das Generalsekretariat ist bei der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) angesiedelt. Dadurch ist dessen Unabhängigkeit und die bestmögliche Verankerung in allen Sprachräumen der Schweizer Geschichtswissenschaft gewährleistet.

Wissenschaftlicher Beirat

Der wissenschaftliche Beirat ist ein von den Auftraggebern unabhängiges Gremium, das aus ausgewiesenen Expertinnen und Experten von verschiedenen Universitäten aus der Deutschschweiz, der Romandie und des Tessins besteht. Er berät die Forscher:innengruppe in geschichtswissenschaftlicher, kirchengeschichtlicher und juristischer Hinsicht. Die Mitglieder des Beirats werden durch den Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) ernannt.

Aktenzugang

Damit das Projekt durchgeführt werden kann, garantieren die Auftraggeberinnen der Projektleitung und dem Forschungsteam freien Zugang zu ihren Akten und Archiven.

Die Auftraggeberinnen verpflichten sich, ihre Mitglieder sowie die von diesen repräsentierten Organisationen aufzufordern, dem Forschungsteam freien Zugang zu den Akten und Archiven in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich zu gewähren. Sie verpflichten sich auch dazu, die Auftragnehmerin bei ihren Quellenrecherchen zu unterstützen und ihr zu gestatten, soweit notwendig Fotokopien bzw. Fotos von Quellen zu erstellen.

Anonymisierungskonzept

Bei der Darstellung von Erkenntnissen, die anhand von dem Datenschutz unterstehenden Akten gewonnen wurden, respektiert das Forschungsteam schutzwürdige Belange von Personen.

Bei Namen von Betroffenen, deren Angehörigen und weiteren Privatpersonen werden zeitgenössische Pseudonyme verwendet. Kommt ein Fall ausführlich zur Sprache, werden Elemente, die für die Darstellung und Analyse des Falls keine wichtige Rolle spielen, abgeändert.

Öffentliche Personen wie Bischöfe, Weihbischöfe und Äbte sowie Inhaber:innen von kirchlichen Kaderstellen werden nicht anonymisiert. Angaben zu „Personen der Zeitgeschichte“ bzw. zu Personen, bei denen das Erkenntnisinteresse einem bekannten, konkreten Individuum gilt und eine Anonymisierung nicht sinnvoll ist, werden nur insoweit veröffentlicht, als sie für das Erreichen des Forschungszweckes unentbehrlich sind.

Angestellte der katholischen Kirche und weiterer Institutionen, die weder als öffentliche Personen gelten noch Kaderstellen besetzt haben bzw. besetzen, werden nicht mit ihren Namen, sondern mit ihrer Funktion genannt.

Kommunikation

Die Auftraggeberinnen, die Projektleiterinnen und das Forschungsteam informieren die Öffentlichkeit zu Beginn und nach Abschluss des Forschungsprojekts in einer Medienkonferenz. Während des Projekts enthalten sie sich gegenüber der Öffentlichkeit jeglicher Kommunikation über das Pilotprojekt, die über das im Rahmen der Medienkonferenz zu Beginn Mitgeteilte hinausgeht.

Projektschritte

Anfang Dezember 2021: Unterzeichnung des Vertrags inklusive öffentliche Information

Dezember 2021 bis Frühling 2022: Zusammenstellung des Forschungsteams und des Beirats, Definition des Forschungsdesigns

Frühling 2022: Projektstart, öffentliche Information

Frühling 2022 bis Frühling 2023: Erarbeitung der Studie

Frühling/Sommer 2023: Präsentation des Studienberichts